{"id":212,"date":"2025-04-18T23:32:53","date_gmt":"2025-04-18T23:32:53","guid":{"rendered":"https:\/\/myrescuediary.stx.gg\/?p=212"},"modified":"2025-10-22T15:38:09","modified_gmt":"2025-10-22T15:38:09","slug":"gefuhlschaos-reue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/myrescuediary.stx.gg\/?p=212","title":{"rendered":"pflegestelle, oder doch eher Gef\u00fchlschaos?"},"content":{"rendered":"\n<p>Man sagt, mit der Zeit gew\u00f6hnt man sich an alles. Aber ich glaube nicht, dass das auch f\u00fcr Abschiednehmen gilt. Nicht, wenn es ums Herz geht. Nicht, wenn es um ein Lebewesen geht, dessen kleine Pfoten gro\u00dfe Spuren hinterlassen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe jetzt schon mein viertes Pflegetier aufgenommen und obwohl ich wei\u00df, dass ich nur ein Sprungbrett in ein gl\u00fcckliches Leben bin, trifft mich der Abschied jedes Mal mit voller Wucht. Es f\u00fchlt sich jedes mal so an, als w\u00fcrde ein kleiner Teil von mir mit ausziehen, ein Teil meines Herzens. Jedes mal frage ich mich: War es richtig? H\u00e4tte ich sie nicht doch adoptieren sollen?<\/p>\n\n\n\n<p>Und diesmal war es schlimmer denn je. Meine Seelenkatze ist ausgezogen und hat mein Herz gleich mitgenommen. Ja, ich wei\u00df, kitschig, aber genau das war sie. Meine Seelenkatze. Die Katze, die dich anschaut, nie von deiner Seite weicht. Bei der du dir denkst <em>&#8220;Du geh\u00f6rst zu mir&#8221;<\/em>. Ich erinnere mich noch genau an die erste Nacht, in der sie in meinen Armen einschlief. Die erste Pr\u00fcfungsphase, in der sie nicht von meiner Seite wich. Ich wusste, wir haben uns gefunden, auch wenn wir uns fr\u00fcher oder sp\u00e4ter verlieren. Und nun ist es so weit, es f\u00fchlt sich an wie ein riesiger Verlust, schlimmer als je zuvor. Und doch habe ich sie gehen lassen, weil ich wei\u00df, dass es das Beste f\u00fcr sie ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dann war es so weit: sie zog aus, einfach so. Von einem Tag auf den Anderen, weil ich mir gesagt habe, dass es das Richtige f\u00fcr sie ist. Dass ich sie loslassen kann. Aber f\u00fchlt sich das Richtige nicht etwas weniger wie Herzschmerz an? Ich vermisse sie, so viel ist klar. Ihr Schnurren, das Kuscheln und ihre bedingungslose Liebe. Wenn ich weinte, kam sie zu mir und tr\u00f6stete mich. Nun ist dort Leere und all dies war mir bewusst, dennoch hab ich sie gehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum?<\/p>\n\n\n\n<p>Weil Pflegestelle sein nicht bedeutet, sich nicht zu verlieben. Es bedeutet, trotz der bedingungslosen Liebe loszulassen. F\u00fcr Sie. F\u00fcr das perfekte Zuhause. F\u00fcr das n\u00e4chste Tier, das nur auf einen Platz wartet, auf eine Chance f\u00fcr ihre Reise in Geborgenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie man damit umgeht? Ehrlich gesagt: Ich hab keine Ahnung. Ich lasse die Trauer zu. Ich rede. Ich schreibe. Ich weine, und weine, und weine. Aber vor allem erinnere ich mich daran, wof\u00fcr ich das alles tue. F\u00fcr die Tiere, die sonst stimmlos sind. F\u00fcr ein weiteres Tier, das meine Hilfe braucht: Und ich werde da sein, es genau so lieben, wie alle zuvor. Auch wenn mein Herz diesmal nicht ungeschont davongekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hilft, Fotos anzuschauen, in ihrem neuen Zuhause. Zu wissen, dass sie jetzt gl\u00fccklich ist. Geliebt. Sicher. Angekommen. Und dass ich ein kleines St\u00fcck dazu beigetragen habe. Und ganz tief in mir drinnen wei\u00df ich: Ja, es war das Richtige. Auch wenn es h\u00f6llisch weh tut.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn manchmal hei\u00dft Lieben eben auch das: Gehen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sagt, mit der Zeit gew\u00f6hnt man sich an alles. Aber ich glaube nicht, dass das auch f\u00fcr Abschiednehmen gilt. Nicht, wenn es ums Herz geht. Nicht, wenn es um ein Lebewesen geht, dessen kleine Pfoten gro\u00dfe Spuren hinterlassen haben. 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